Legschindeldächer

Katzenfirst

Bei einem Großteil der Häuser des Freilichtmuseums sehen Sie Legschindeldächer.

Ursprünglich war das Dach der Flachgauer Bauernhäuser ein flachgeneigtes Legschindeldach. Die Legschindeln waren, wie der Name schon sagt, gelegt und nicht genagelt, sie bestanden oft aus Fichten, haltbarer war hingegen Lärchenholz. Sie waren rund 60 bis 80 cm lang, 10 bis 15 cm breit und gespalten, nicht gesägt. Um ein dichtes Dach zu erreichen, wurden die Schindeln dreifach übereinandergelegt. Damit Wind und Schnee die Schindeln nicht vom Dach tragen konnten, hielt man sie mit Stangen nieder und beschwerte sie mit Steinen. Je nach Holzart und Witterung betrug die Lebensdauer der Schindeln zwischen 10 bis 30 Jahre, wobei sie alle fünf Jahre umgedeckt werden mussten.

Im 19. Jhdt. wurden die flachen Legschindeldächer durch das Untersetzen eines Dachstuhles aufgesteilt. Das Regenwasser konnte schneller abfließen, Schnee konnte sich nicht so lange halten, all dies erhöhte die Lebensdauer der Schindeln. Nur legen konnte man diese nicht mehr, dazu war das Dach zu steil. Mit dem Mesnerhaus Fl 34, dem Adamstadel Fl 35 und der Meindlhütte Fl 33 werden diese aufgesteilten Dächer im Flachgauer Bereich des Freilichtmuseums dargestellt. Mit Nägeln, die mittlerweile industriell gefertigt und somit billiger waren, wurden nun wesentlich kürzere Schindeln auf Latten oder eine Schalung einfach aufgenagelt, was dem Dach die Bezeichnung Nagel- oder Scharschindeldach einbrachte. Mit der Einführung der Feuerversicherung Ende des 19. Jhdts. trat noch einmal ein Wandel ein. Feuersichere Dachdeckungen wie Ziegeldach, Eternit oder Zementdach verdrängten auch am Bauernhof die alte Holzschindeldeckung, die über Jahrhunderte hindurch das Bild unserer Bauernhöfe ganz wesentlich mitgeprägt hatte.

Auf dem Foto sehen Sie die Legschindeldächer der Pinzgauer Almen im Freilichtmuseum.

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