Rauriser Schnabelpercht

Das Foto aus dem Jahr 1935 des Fotografen Bruno Kerschners zeigt uns eine Schnabelpercht.

Diese Sonderform der Perchten gibt es nur noch im Raurisertal. Im Gegensatz zu den lauten Schiachperchten ziehen die Schnabelperchten leise durch die Gassen. Schnabelperchten sind Perchten mit langen Schnäbeln, Strickjacken, geflickten Weiberkitteln und “Dotschen” und sind ausgestattet mit Buckelkorb, einer großen Schere, Nadel und Zwirn und einem Besen. Kunstvoll und aufwendig gebunden ist der Schnabel aus langen Holzstäben und Bauernleinen.
Der Umzug der Schnabelperchten findet jeweils am 5. Januar, am Vorabend des Heiligen Drei Könige-Tages, statt.
Der Brauch stammt Recherchen zufolge aus der Zeit des Goldbergbaus. Damals nahmen es die Bergknappen nämlich nicht immer ganz genau mit der Ordnung und Sauberkeit...

 

Mit leisem “Ga Ga Ga” ziehen sie von Haus zu Haus und prüfen, ob die Haushalte ordentlich geführt werden. Ob die Böden sauber gewischt sind und auch kein Staub mehr zu finden ist. Wehe dem, der sein Haus nicht geputzt hat – es heißt, dem schneiden die Schnabelperchten mit der langen Schere den Bauch auf und leeren den Kehricht hinein! Grundsätzlich sind die Schnabelperchten aber gerne gesehene Gäste – bringen sie doch Glück und Segen für das kommende Jahr…

 

 

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